
Sprache: die Kraft der Worte
Willkommen in der Welt meiner beseelten Bildsprache: hier teile ich meine Poesie – mal gereimt, mal frei – als Ausdruck meiner inneren Gefühlswelt. Ich lade dich ein, in meine Geschichten einzutauchen und dich bewegen zu lassen. Entdecke die Kraft der Wortbilder und lass’ deine Gedanken schweifen! Als Autor poetischer Texte fließen meine Gedanken und Beobachtungen in Worte, die das Herz und den Geist berühren sollen.

Einen Augenblick Frieden
Ich glaube, die Sterne am Himmel flüstern
deinen Namen
Schau’; was sonst tun sie dort oben
so leise, heimlich, ewig ruhend
so unendlich elegant?
Sie leuchten ihn durch die Nacht
funkeln seinen Klang in’s Dunkel
und erhellen es zart
so rein und silbern
hauchen sie ihn durch leichte Wolken
und spiegeln ihn im See
im Tanz mit dem Mond
im tonlosen Reigen
reihen sie sich ein
mit der Natur
den schlafenden Kühen
und den zirpenden Grillen
es ahnen die Frösche das Verborgene
schräg und leidenschaftlich
Wir sind anders:
so wie alles friedlich schlummert
und bei Tage betrachtet
sich so anders gestaltet
so unromantisch, klar, schön, unbestechlich
so wahr, aber auch gnadenlos
Die Nacht tröstet und kühlt ab
und verzaubert die Gemüter
taucht alles in verschleierte Anmut
so tauche auch deinen Finger in’s Wasser
noch einmal liebevoll
und sieh, wie die Wellen entstehen
und Gedanken tragend
die Zeit verändern
Nur Tropfen und Wasser und Spiegelungen gehen
bewegen sich und eilen fort
Wir bleiben hier
am Wasser, am Mond, in der Nacht und im Gras
und ich hoffe, dass wir nach unzählbaren Jahren
nicht vorstellbaren Taten
unverhofften Zeiten
schlechten Tagen
guten Festen
hierher zurück kehren
um nachts Grashalmen zu lauschen
Sterne zu zählen
auf Morgentau warten
nicht sehen, doch um des andern Auge und Blick wissen
ruhig und friedlich und genussvoll
so schlicht menschlich
und tief göttlich
Sein
strahlen
aufgehen und uns gegenseitig Frieden schenken
einen Augenblick
nur einen Augenblick
2020
Bildquelle: Pixabay; Pexels

Erzähl’ mir eine Geschichte, aber eine Schöne!
Der Mensch ist ein komplexes Geflecht. Auf dieser gewissen Synapse ruht meine Vorliebe für saure Geschmacksstoffe. An diesen Song knüpfe ich jene Erinnerung. Jener bestimmte Mensch lässt mich bei Issey Miyake immer noch schwach in den Knien werden. Wie ich Mathe in der Schule gehasst habe! Dabei war ich nicht dumm, sondern lediglich desinteressiert und gut in der Ignoranz unangenehmer Aufgaben. Die Summe meiner Erfahrungen bin ich - minütlich wechsele ich zwischen Multiplikationen und Radien der Auswirkungen vergangener Erlebnisse und tangiere unbewusst Entscheidungsprodukte. Wo eigentlich ist mein Wille verortet? Jeder Mensch ist mit einer Vielzahl von Eigenschaften und Talenten beschenkt. Indem er er selbst ist und das tut, was er liebt und kann, verschenkt er sich und seine Qualitäten an die Welt. Antoine de Saint-Exupéry skizziert in seinem Buch „La Citadelle“ eindrücklich das Bild des Austausches des Lebens gegen ein Werk, das der Mensch schuf. Der Wert eines Kruges beispielsweise geht weit über seinen materiellen Preis hinaus: erstens verewigen sich darin Lebensjahre eines Künstlers, zweitens ist der Krug umso weniger verfechtbar, je mehr persönliche, symbolische oder metaphysische Bedeutung ihm zugeschrieben wird. Wer aber bin ich? Wer möchte ich sein? Wer werde ich sein?
Das Leben ist ein persönliches Abenteuer, eine Reise und ein Weg. Haltung und Persönlichkeit fallen nicht vom Himmel.
Aus der Haltung - ich weiß, wer ich bin und ich liebe dieses Selbst - kann ich Glück vermehren. Bhutan führte als Messeinheit des Bevölkerungswohles das Bruttonationalglück ein. Dies setzt ein Zeichen im SelbstverständnisL Lasst uns das Glück, nicht das Geld messen! Wir haben die Wahl der Position, der Perspektive. Nicht jede:r hat die Wahl der Umstände, schon gar nicht der Voraussetzungen. Aber wir alle haben die Wahl der inneren Haltung. Wir brauchen Hinsehen, Aufsehen, Nicht-Wegsehen, Verständnis! Was für Chancen liegen in dieser Bewegung!
Vorwärts, aufwärts, vielleicht abwärts, auf jeden Fall neugierig in neues Gebiet drängend. Die Dynamik dieses Aufbruchs entwickelt eine überirdische Kraft. Sie kam von außen, drang ins Individuum und fließt zurück ins Außen. Einmal vom Becher des Muts geschmeckt, ist der Durst nicht mehr zu stillen. Im Dialog mit der Welt ergeben sich Möglichkeiten, treffen Menschen aufeinander und Geschichten werden geschrieben. Die Chance der Aktion gibt dem Lebensentwurf Formen. Die Freiheit selbst definiert noch nicht das Lebens. Ich muss auf die Möglichkeit antworten. Vielleicht mit Stärke. Mit Zärtlichkeit. Mit Zuversicht. Mit Weite. Mit Größe. Mit Empathie. Einen Schritt auf den anderen zu. Einen in das Abenteuer hinein. Einen die Herausforderung hinauf. So stelle ich mir die Zukunft vor und so möchte ich leben.
2026
Bildquelle: Pixabay; Pexels

Angers
Regen. Grau und schwer überzieht der wolkenbehangene Himmel Kirchtürme, Straßen, Hausdächer, Schornsteine und Bäume, die sich zu Silhouetten formen und zu verzerrten Bildern verschwimmen. Die sich verändernde Stärke und Dichte des Regens lässt in der Ferne den Horizont verschwinden, aufgelöst in Einheitsgrau und die Wolkendecke ist ein Spiegelbild des Straßenasphalts. Irgendwo dazwischen bewegen sich diffuse Lichter, rot und weiß, und jetzt mischen sich weitere Farben darunter, die verzweifelt gegen die lustlose Masse des Graus ankämpfen: ein lila Regenschirm, ein flackerndes, grünes Apothekenkreuz, eine gelbe Neonröhre, die den orientalischen Fast-Food-Laden für „open“ erklärt, und weiter hinten bunte, akzentuierende Leuchten an der Theaterfassade, die nun gar nicht mehr so kitschig, sondern ganz und gar lebensfroh in ihrem Licht erstrahlen. Auf der Verdun Brücke bin ich durch die davor endende Häuserwand nicht mehr vor Wind geschützt und peitschend schlägt mir eine Böe kalte Tropfen ins Gesicht. Das majestätisch anmutende Château d’Angers erhebt sich drohend vor den Dächern der Altstadt, als wolle es sich gegen die nordwestliche Kälte Frankreichs behaupten und die mittelalterliche Kernstadt beschützen. Das Wasser, das die Maine mit sich führt, spiegelt nicht die nostalgischen, gelblich leuchtenden Straßenlaternen wie bei klarem Wetter wider, sondern rauscht unruhig, stürmisch dahin und gestattet dem Mond kaum, seinen wilden Walzer tanzenden Schein auf den aufgewühlten Fluss zu werfen. Der Regenschirm stemmt sich gegen den Wind auf, um dann auf der Brückenmitte endgültig aufzugeben und sich plötzlich auf links zu drehen.
Wie so oft bei Ankunft in der Rue Lionnaise empfinde ich das große Haus als mütterliche Herberge, als väterliche Ruhestätte, voller geheimnisvoller Kraft, die sich unerklärlich irgendwo zwischen Kaminschächten, Steinmauern und Holzdielen versteckt hält. Wie viele Menschen wohl diese knarrenden Treppenstufen vor mir hinauf- und hinuntergeschritten sind? Wer hier schon wohl geliebt, gesorgt, gelitten, gelacht, gelesen, getrauert, gekämpft und gelebt hat? Still und unbeirrt stehen diese Mauern da, lassen nur eine Ahnung zu, die Neugier unbefriedigt. Da glaube ich, die Stimme des Hauses zu vernehmen, hinter den Fensterscheiben die Vorhänge sachte zurückziehend, flüsternd: rate, mein Kind, ich hätte mehr Geschichten zu erzählen, als deine Vorstellungskraft ersinnen kann! Ein Schauer erfasst mich, ich weiß nicht, ob wohlig oder unheimlich.
Der Kopfsteinpflaster des Hofes wird von Unkraut bedroht und an der Mauer zum nächsten Hof behaupten Rosensträucher ihr schmales Beet, und, wo ihnen mehr Platz gewährt wird, ranken schlankere Rosenstöcke höher empor, bilden fast einen Bogen über dem Fenster zum Salon im Erdgeschoss und schmücken die Steinblöcke und den hier ortstypischen Schiefer, der sowohl obere Wandpartien einnimmt, als auch das ganze Dach bedeckt, das die Lebensgeschichten gegen den hier meist bewölkten Himmel abschließt und beschützt.
Durch die einfachverglasten Fenster fällt schüchtern und zart leuchtend der Schein auf den Hof und spiegelt sich im Pflasternass und auf Autolack, lässt sein goldwarmes Licht dezent schmückend in das malerische Bild einfließen und unterstreicht die einladende Geste des Hofes, der Zutritt zum Eingang gestattet, wo der Gast durch antike, schwere Holztüren dieses bemerkenswerte Haus betritt und seine eigene Geschichte schreibt, lebt und in diese Gemäuer eingraviert.
2015

Der Wald
Dunkel liegt das Helle vor meinen Augen
wenn ich sie schließe
und die Erde für ein paar Augenblicke still steht
und die Jahreszeiten Baumringe drehen
Ich lausche in die selige Ruhe
und lasse mich fallen
deinen Rhytmus sauge ich auf
und fließe in deinem labenden Strom
Ich ertrinke in deinen Augen
und lechze nach Lichtungen
deine Lippen, deine Haut rufen nach Luft und Licht
komm mit, ich zeige dir einen Märchenwald!
in dem Moos wächst und grüne Lieder klingen
zwischen Efeu und Beeren pflücken wir die Früchte
am Brunnen der ewigen Jugend
vergessen das Laub, zu dem wir werden werden
Das Gras schmeckt nach frischem Tau am Morgen
und ich erahne den bebenden Frühling
die Bäume wiegen uns in schattigen Melodien
und die lichte Wärme des Lebens dringt durch die Blätter
Die Gräser tanzen und wir tanzen auch
ich liebe dich! Lass' deinen Blick nicht ab, er träufelt
wie Regen auf meine Haut
benetze meinen trockenen Gaumen
Ich ergötze mich an deinen Küssen
lass' mich mein Menschsein vergessen
und flüstere mir göttliche Oden ins Ohr bis ich
in deinen Armen einschlafe und ewig erwache
2021
Foto: Eugen Friesen

Bildquelle: Pixabay; lucasgeorgewendt
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